Engagement in Zeiten der Corona-Hilfe: Was gilt es zu beachten?

Wir haben hier für Sie einige wichtige Hinweise zusammengestellt, wenn Sie sich in Zeiten der Corona-Krise ehrenamtlich engagieren.

Erste Grundregel: Persönliche Kontakte minimieren!

Ehrenamtliches Engagement in Zeiten der Corona-Hilfe ist anders.

Das, was Engagement sonst ausmacht – der persönliche Kontakt und die Interaktion mit Menschen – sind in Zeiten der Corona-Hilfe potenziell gefährlich. Solidarität bedeutet in dieser Zeit vor allem, Abstand zu halten und sich nicht mehr persönlich mit anderen Menschen (insbesondere aus Risikogruppen) zu treffen.

Sich selbst und andere schützen!

Auch wenn es selbstverständlich scheint: Bieten Sie Ihre Hilfe nur an, wenn Sie selbst nicht zu einer Risikogruppe gehören, körperlich fit sind und keinerlei Symptome (Husten, Fieber usw.) zeigen.

Beherzigen Sie die bereits vielfach kommunizierten Schutzmaßnahmen und Hygiene-Empfehlungen (Händewaschen, Abstand halten, Hustenetikette)!

 

Welche Engagement-Möglichkeiten gibt es?

Das Corona-Virus verändert vieles und stellt Gewohntes auf den Kopf. Abgesehen von den konkreten gesundheitlichen Gefahren erzeugt die aktuelle Situation bei vielen Unsicherheit, Ängste und Stress. Umso wichtiger ist es, sich auszutauschen, gegenseitig zu stärken und auch mal abzulenken.

  • Rufen Sie zum Beispiel Menschen aus Ihrem Bekanntenkreis an, die zu Risikogruppen gehören, die besonders einsam oder verunsichert sind, chatten Sie, schreiben eine Nachricht, Mail, Karte oder Brief. Hören Sie zu, lenken Sie ab oder spenden Trost.
  • Digital aktiv werden: Das Internet macht Kontakt auch während der Corona-Krise weiter möglich.

 

Einkaufshilfe – mit Bedacht!

Wenn Sie für jemanden aus der Nachbarschaft Erledigungen außer Haus übernehmen, z.B. zum Supermarkt oder in die Apotheke gehen, tun Sie dies wohlüberlegt und mit Bedacht! 

Die Grund-Regel lautet:

Am einfachsten und vertrauenswürdigsten ist es, wenn Einkäufe über familiäre, befreundete oder nachbarschaftliche Strukturen übernommen werden, da so der mögliche Missbrauch eingegrenzt wird.

Statt vielen Nachbar*innen einmalig zu helfen, sollten Sie sich am besten genau einen Haushalt aussuchen, dem Sie in der nächsten Zeit dafür konstant helfen. So lässt sich das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus minimieren.

Weitere Regeln:

  • Vermeiden Sie auf jeden Fall und soweit möglich jeden persönlichen Kontakt! Sprechen Sie per Telefon ab, was eingekauft werden soll und wie Sie die Einkäufe übergeben können. Beispielsweise können Sie einen festen Zeitpunkt vereinbaren, zu dem Sie die Einkäufe vor der Tür abstellen.
  • Das Risiko der Verbreitung des Virus über die Einkaufstüte erscheint zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich, kann aber nicht prinzipiell ausgeschlossen werden. Daher sollten sich alle Beteiligten so oft wie möglich die Hände waschen.
  • Um Missverständnissen vorzubeugen, klären Sie bereits im Vorfeld klar und deutlich ab, wie die Kosten für die Einkäufe erstattet werden. Um kein Bargeld aushändigen zu müssen, lässt sich die Bezahlung ggf. auch per Überweisung regeln. Die Person, die die Einkaufshilfe nutzt, kann auch Bargeld in einem Umschlag deponieren und vor ihre Tür legen.
  • Kaufen Sie nach Möglichkeit nicht zu Stoßzeiten ein, sondern dann, wenn Geschäfte oder Apotheken weniger voll sind.
  • Bleiben Sie aufmerksam gegenüber Anliegen und Kontaktangeboten, die Ihnen seltsam scheinen oder die Sie auch im Normallfall niemandem erfüllen würden.
  • Dem großen Angebot von Hilfen und Solidarität von vielen Hannoveraner*innen steht bislang ggf. noch eine geringe Nachfrage gegenüber. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie vorerst nicht kontaktiert oder gebraucht werden. Die Situation kann sich stetig verändern!

 

Zurückhaltung bei der Kinderbetreuung!

Eltern, Alleinerziehende, die arbeiten, aber plötzlich ganztags auf die Kinder aufpassen müssen: Mit der Schließung von Kitas und Schulen ist zuweilen beides nicht mehr zu vereinbaren.

Stellen Sie auf gar keinen Fall neue Gruppen von Kindern im Rahmen einer Betreuung zusammen! Nur so lässt sich die Verbreitung des Virus eingrenzen.

 

Vielen Dank!

Ohne Ihr Engagement wäre unsere Stadt und Gesellschaft definitiv nicht dieselbe, sondern für uns alle weniger lebenswert.

 

Verschiedene Downloads:

Hinweise für ehrenamtlich Engagierte zum Download (PDF)
Übersicht verschiedener Hilfsangebote im Stadtgebiet (PDF)
Hilfsangebote für obdach- und wohnungslose Menschen (PDF)
Niedersächsische Verfügung / Corona-Informationen in leichter Sprache (PDF)
Informationen des Landes Niedersachsen zum Corona-Virus in leichter Sprache (Web-Link)
Artikel des Süddeutsche Zeitung Magazins mit 12 Anregungen für Engagement in Zeiten von Corona (Web-Link)

Kontakt
0511 / 168-43789